Als Faustregel gelten Rücklagen von drei bis sechs Monaten betrieblicher Fixkosten. Saisonbetriebe und Betriebe mit langen Zahlungszielen brauchen eher mehr. Getrennt davon sollten Steuerrücklagen und ein privater Notgroschen stehen, damit der Puffer im Ernstfall wirklich verfügbar ist.
Deine Reichweite in drei Schritten
- Fixkosten addieren: Löhne, Miete, Leasing, Kredite, Versicherungen, Software – alles, was jeden Monat anfällt, auch ohne Umsatz.
- Freie Rücklagen ermitteln: Nur Geld, das du sofort nutzen kannst. Steuerrücklagen gehören nicht dazu.
- Teilen: Rücklagen geteilt durch Fixkosten ergibt deine Reichweite in Monaten.
Liegt das Ergebnis unter drei Monaten, ist dein Betrieb anfällig für jeden größeren Ausfall – sei es Krankheit, ein Schaden oder ein Großkunde, der nicht zahlt.
Wie viel Rücklage ist sinnvoll?
Häufig genannt werden drei bis sechs Monate Fixkosten. Mehr ist sinnvoll, wenn:
- dein Geschäft saisonal schwankt, etwa in Gastronomie oder Bau,
- Kunden lange Zahlungsziele haben,
- du von wenigen Großkunden abhängig bist,
- größere Investitionen anstehen.
Weniger kann reichen, wenn laufende Kosten im Ernstfall über eine Absicherung getragen werden. Rücklagen und Absicherung ergänzen sich deshalb.
Steuerrücklagen gehören in einen eigenen Topf
Umsatzsteuer, Einkommensteuer- und Gewerbesteuervorauszahlungen sind kein Puffer, sondern Geld, das bereits dem Finanzamt zusteht. Viele Inhaber legen dafür ein eigenes Konto an und überweisen einen festen Anteil jeder Zahlung direkt dorthin. Die genaue Höhe klärst du am besten mit deinem Steuerberater.
Betrieb und privat trennen
Neben den betrieblichen Rücklagen brauchst du einen privaten Notgroschen, häufig empfohlen werden drei Monatsausgaben. Wer im Engpass privates Geld in den Betrieb steckt, verliert schnell den Überblick. Getrennte Konten helfen, beide Puffer im Blick zu behalten.
Für Rücklagen zählt vor allem eines: Verfügbarkeit. Das Geld muss im Ernstfall kurzfristig da sein.
