Eine Unternehmensnachfolge sollte mehrere Jahre vor dem geplanten Ausstieg vorbereitet werden. Wer den Verkaufserlös als Rente einplant, sollte zusätzlich einen Plan B haben, der auch ohne oder mit geringerem Erlös funktioniert. Für den plötzlichen Ausfall gehören Vollmachten und ein Notfallordner dazu.
Wer kommt als Nachfolger infrage?
- Familie: Kinder oder Verwandte übernehmen. Wichtig: frühzeitig klären, ob sie das wirklich wollen.
- Mitarbeiter: Ein langjähriger Meister oder Geselle übernimmt. Er kennt Kunden und Abläufe, braucht aber oft eine Finanzierung.
- Extern: Ein Käufer von außen. Die Suche dauert oft länger als gedacht. Hilfe bieten zum Beispiel die Handwerkskammern, IHKs und die öffentliche Nachfolgebörse nexxt-change.
Warum der Verkauf als Rente unsicher ist
Was dein Betrieb später wert ist, weiß heute niemand genau. Der Wert hängt stark an dir als Person, an der Branche und daran, ob überhaupt jemand übernehmen will. Wird der Kaufpreis in Raten gezahlt, hängt deine Rente zusätzlich vom Erfolg deines Nachfolgers ab.
Die ehrliche Frage lautet: Reicht es auch, wenn der Verkauf nur die Hälfte bringt – oder gar nichts? Wenn die Antwort „eher nicht“ ist, lohnt es sich, schon heute ein zweites Standbein aufzubauen. Mehr dazu unter Altersvorsorge für Selbstständige.
Wann solltest du anfangen?
Häufig werden fünf bis zehn Jahre Vorlauf empfohlen. Schreib dir auf, in welchem Jahr du aufhören möchtest, und zähl zurück. In der Zeit dazwischen geht es um Wissen weitergeben, Abhängigkeit vom Inhaber senken, Unterlagen ordnen und die eigene Vorsorge unabhängig vom Verkauf machen.
Der ungeplante Fall: Vollmachten und Notfallordner
Nachfolge heißt nicht nur Ruhestand. Was passiert, wenn du morgen plötzlich ausfällst? Ohne Vollmachten kann niemand auf Konten zugreifen, Löhne zahlen oder Verträge unterschreiben. Ein Notfallordner mit Vollmachten, Zugängen, Verträgen und Ansprechpartnern entlastet Familie und Team. Rechtliche Fragen, etwa zum Testament, klärst du mit einem Notar oder Anwalt.
