Angestellte bekommen bei Krankheit zunächst Lohnfortzahlung und danach Krankengeld. Selbstständige müssen ihre Arbeitskraft selbst absichern: für kurze Ausfälle meist mit einem Krankentagegeld, für dauerhafte Ausfälle zum Beispiel mit einer Berufsunfähigkeitsabsicherung. Wichtig ist, dass beide Bausteine zueinander und zu deinem tatsächlichen Bedarf passen.
Warum deine Arbeitskraft so viel wert ist
Rechne kurz mit: Dein Jahreseinkommen mal die Jahre bis zur Rente ergibt den Wert deiner Arbeitskraft. Bei 60.000 € im Jahr und 25 Jahren bis zur Rente sind das 1,5 Millionen Euro. Das ist mehr als jede Maschine, jedes Fahrzeug und oft mehr als der Betrieb selbst.
Trotzdem ist die Arbeitskraft bei vielen Inhabern das am schlechtesten abgesicherte „Betriebsmittel“. Werkstatt und Fahrzeuge sind versichert, das eigene Einkommen oft nicht.
Was passiert, wenn du länger ausfällst?
Bei einem Ausfall treffen dich als Inhaber zwei Lücken gleichzeitig:
- Privat: Dein Einkommen fehlt, Miete, Kredite und Lebenshaltung laufen weiter.
- Im Betrieb: Angebote, Kundenkontakt und Entscheidungen bleiben liegen, die Fixkosten laufen weiter.
Die gesetzliche Absicherung hilft Selbstständigen meist wenig. Eine Erwerbsminderungsrente setzt in der Regel voraus, dass du in den letzten Jahren Pflichtbeiträge gezahlt hast. Außerdem zählt dort nicht dein Beruf, sondern ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit ausüben kannst.
Die wichtigsten Bausteine im Überblick
Krankentagegeld zahlt bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit einen vereinbarten Betrag pro Tag, zum Beispiel ab dem 22. oder 43. Tag. Mehr dazu auf der Seite Krankentagegeld für Selbstständige.
Berufsunfähigkeitsabsicherung greift, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr oder nur noch zu einem Teil ausüben kannst. Für viele Inhaber ist das der zentrale Baustein.
Alternativen wie eine Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsabsicherung kommen infrage, wenn eine Berufsunfähigkeitsabsicherung nicht möglich oder zu teuer ist. Eine Unfallversicherung zahlt dagegen nur nach Unfällen, nicht bei Krankheit – und Krankheiten sind die häufigere Ausfallursache.
Im Betrieb helfen Rücklagen, eine Vertretungsregelung und je nach Betrieb eine Absicherung der laufenden Kosten. Siehe Rücklagen für Unternehmer.
Worauf es bei der Absicherung ankommt
Entscheidend ist nicht, ob du „irgendetwas“ hast, sondern ob es zu deinem heutigen Bedarf passt. Typische Schwachstellen bei über Jahre gewachsenen Verträgen:
- Die vereinbarte Rente oder das Tagegeld passt nicht mehr zum heutigen Einkommen.
- Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsabsicherung sind nicht aufeinander abgestimmt.
- Die Berufsbeschreibung im Vertrag stimmt nicht mehr mit deiner heutigen Tätigkeit überein.
- Für die Zeit, bis eine Leistung beginnt, fehlen Rücklagen.
Beiträge hängen unter anderem von Alter, Beruf und Gesundheit ab. Wer früh vorsorgt, hat in der Regel mehr Auswahl. Die fachliche Beratung erfolgt gemeinsam mit meinem zertifizierten Finanzberater.
